Tag 1 | Berlin – Lillesand

Unseren ersten Tag verbrachten wir damit von Berlin nach Hirtshals, Dänemark zu fahren.
Wir sind um 2 Uhr morgens losgefahren, haben auf einem Rastplatz eine längere Schlafpause eingelegt und sind dann morgens weiter gefahren. Die Fahrt war sehr angenehm, kaum Stau und ging auch relativ zügig.
In Hirtshals angekommen, sind wir direkt zum Fährhafen gefahren. Kurz davor gibt es auf der rechten Seite die Möglichkeit mit dem Camper am Strand zu parken, um auf die Fähre zu warten. Wir sind ein bisschen spaziert, am Wasser gesessen und haben uns die Zeit vertrieben.
Um 23.30 ging dann unsere Fähre nach Norwegen. 3,5h später sind wir also im Fährhafen von Kristiansand, Norwegen eingelaufen. Die Fähre hatte großzügige Sitze, in denen man gut schlafen kann, die Klimaanlage lief jedoch auf Hochtouren und es war schweinekalt.
Von Kristiansand sind wir auf die E6 ein wenig Richtung Norden gefahren und haben auf einem herrlichen Rastplatz – zwischen Lillesand und Grimstad – mit See und Steg die Nacht verbracht.

 

Tag 2 | Lillesand – Ringebu/Rondevegen

Nach unserem Frühstück auf dem schönen Rastplatz und einem kurzen Spaziergang zum See sind wir weiter auf die E6 Richtung Norden. Man kann sich kaum verfahren, es gibt ja gefühlt sowieso nur diese eine Straße.
Wir wollten so viel Strecke wie möglich zurück legen, um bald unser Ziel die Lofoten zu erreichen. Vorbei an Oslo und dem Oslofjord Richtung Trondheim, entschieden wir uns bei Ringebu die E6 zu verlassen, um auf die R27, bekannt als Rondevegen, abzubiegen. Diese Strecke erschließt das wilde Rondane-Gebirge und ist vollgepackt mit atemberaubenden Panoramen über den Nationalpark. Zeitweise bewegt man sich über der Baumgrenze, was das Ganze wie eine Mondlandschaft aussehen lässt. Links und rechts der Straße gibt es einige Möglichkeiten, den Camper für die Nacht abzustellen. Wir haben uns eine kleine Haltebucht mit Blick auf den Muvatnetösee ausgesucht. Es ist unbeschreiblich bei Mitternacht über den See zu blicken. Die ganze Nacht über gibt es Sonnenuntergangsstimmung, da die Sonne hier oben, um diese Zeit einfach nicht ganz unter geht. Hinter uns lag ein kleiner Berg, den wir am nächsten Morgen besteigen wollten.

Tag 3 | Rondevegen – Sandvik

Wie schon erwähnt, sind wir gleich nach dem Frühstück auf den Hügel hinter uns gestiegen. Der Aufstieg dauert ca. 1h und geht durch Wiesen und schließlich Geröll nach oben auf die Spitze. Das Farbenspiel ist wirklich beeindruckend und außergewöhnlich. Die Steine sind überzogen mit neongelbem Moos das bei Sonnenschein nochmals mehr leuchtet im Kontrast zum grau-grün der restlichen Umgebung. Je weiter man hoch kommt, desto weiter kann man schauen und der Aus- und Überblick sind wahnsinnig schön. Oben angekommen war es recht windig, aber die Aussicht ist wirklich grandios, was diese kleine aber feine Wanderung wirklich empfehlenswert macht. Der Rückweg führt über die gleiche Strecke zurück, zuerst die großen Geröll Steine mit den herrlichen Farben, danach über die Wiesen zurück zum Parkplatz.
Nach dieser kleinen Wanderung sind wir weiter die R27 entlang, bis sie in die R29 mündet. Nach weiteren 30km kommt man bei Hjerkinn wieder zurück auf die gewohnte E6 Richtung Norden. Weiter mit dem Ziel, so viele Kilometer wie möglich zurück zu legen, sind wir gegen 21Uhr auf einen Rastplatz bei Sandvik gefahren. Zuvor hatten wir versucht in der Umgebung der E6 einen Platz zum Übernachten im Wald zu finden, aber es war doch recht dicht bewohnt. Jeder kleine Feldweg führte letztendendlich doch zu einem Haus. Da es nicht dunkel werden würde, konnten wir uns auch nirgends verstecken und haben uns dann für den Rastplatz entschieden. Wir hätten uns vielleicht noch etwas gedulden sollen, da wenige Kilometer später wirklich schöne Rastplätze am See gekommen wären. Aber was solls, nachts hat man sowieso die Augen zu.

Tag 4 | Sandvik – Bodø

An diesem Tag wollten wir das letzte Stück nach Bodø schaffen, um dort die Fähre auf die Lofoten zu nehmen. Auf der Karte sieht diese Etappe wirklich kurz und unkompliziert aus. Das Navi sagt auch erst einmal gar nicht viele Kilometer an, sobald die Route aber dann berechnet wurde, zeigt es gleich mal das Vierfache an. Die Straße war bisher wirklich in gutem Zustand, klar, keine Autobahn wie bei uns, sondern eher eine Landstraße, aber gut. Außerdem muss man sagen, dass die Norweger sehr rücksichtsvolle und geduldige Autofahrer sind, was das Ganze sehr angenehm macht. Die ganze Strecke geht an Flüssen oder Seen entlang, was wirklich herrlich ist. An einem See haben wir auch eine kurze Badepause eingelegt. Das Baden an sich ist relativ kurz ausgefallen, weil das Wasser eiskalt war. Aber es tat gut, ins kühle Nass einzutauchen. Zumindest so lange, bis die Füße vor Schmerz weh taten.
Weiter nördlich haben wir dann endlich den Polarkreis überquert! Wer hätte es gedacht, dass wir mal so weit nördlich sein werden. Die Landschaft um den Polarkreis ist wieder einzigartig. Ähnlich dem Rondevegen, kahl, grau und einsam. Echt schön! Natürlich sind wir dort auch kurz raus gehüpft um einige Fotos zu knipsen und später nochmal, um mit der Drohne eine Aufnahme zu machen. Obwohl es kaum 12 Grad hat, gibt es unzählige Mücken.
Das ist übrigens auch faszinierend, wie die Temperaturen wechseln. Auf dem Rondevegen hatte es nachts 9 Grad und wenig Später am See in Sandvif waren es wieder über 20 Grad. Man ist also ständig am Klamotten wechseln.
Gegen 21 Uhr sind wir in Bodø angekommen und konnten uns direkt in die Warteschlange für die Fähre nach Moskenes um 0.45 Uhr einreihen. Alles super gelaufen. Jetzt freuen wir uns auf die Lofoten!

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